Für heute war unser Ziel ein Winzer, der im Paket Stellplatz, Weinverkostung und 3- Gänge Menü anbietet. Kurz vor Abfahrt Campingplatz in Florenz müssen wir noch unser Grauwasser entsorgen. Das junge Paar im Wohnmobil hinter uns erzählt uns, dass sie auf ein Weingut wollen mit Verkostung. In der Tat, sie haben den gleichen Plan wie wir! Die Welt ist klein.
Wir wollen uns auf dem Weg zu unserem Ziel noch die Füsse vertreten und haben per Komoot eine Wanderung gefunden, die sich gut anhörte. Also, los und auf die SR222, die durch das komplette Chianti-Gebiet bis Siena führt. Die Strasse ist teilweise schon recht abenteuerlich, aber auch kleine, winklige Dörfer werden sourverän gemeistert. Frau Bewegmisch fehlt es etwas an Gelassenheit, aber es wird!

Schön ist es hier, vorbei an Olivenbäumen

über sanfte Hügel, so wie wir uns die Toskana vorgestellt haben.

Der Chianti ist allgegenwärtig.

Der Startpunkt der Wanderung liegt an einem Schloss und die Anfahrt nach oben ist einspurig und schotterig, aber unser Fiat kennt anscheinend solche Wege. Klappt alles bestens.
Unsere Wetterapp sagt Regen voraus und auch der Himmel ist eher bedeckt bis grau, von daher packen wir unsere Regenjacken ein und los geht es. Es geht stetig bergauf und die Ausblicke sind filmreif.

Der Blick auf das Castello zurück (was dann auch unser Ziel wieder sein wird), ist auch nicht schlampig.

Kann man so lassen.

Der Rest der Strecke verläuft durch Weinberge und einsame Hütten immer weiter bergauf,

und Wegzehrung gibt es auch noch unterwegs.

Ein Großteil der Runde verläuft ohne weitere Ausblicke an abgelegenen Häusern vorbei. Ab und zu tut sich dann doch wieder ein Ausblick auf,

bis wir wieder am Castello Verrazona angelangt sind. Der Regen blieb, wie so oft in diesem Urlaub, aus. Uns knurrt der Magen, zum Glück gibt es im Schloss ein Restaurant. Passt!

So, jetzt aber zum Weingut Clantenova, wir wollen nicht zu spät kommen. Erneut geht es über teilweise unbefestigte Wege, aber dann sind wir doch noch mit genug zeitlichem Puffer vor Ort. Stellplatz gefunden, eingeparkt und wir machen uns mit den restlichen Campern aus der Schweiz, Deutschland und Belgien bekannt. 18:00 Uhr und es geht sofort raus in die Reben.

Wir folgen den Ausführungen des noch recht jungen Winzers, der uns professionell und super interessant durch den weiteren Abend führt.
Der Sonnenuntergang wird uns in Erinnerung bleiben.

Was dann folgt ist recht einfach gesagt. Vorspeise, Rosé, erster Chianti, Zwischengang, zweiter Chianti, interessante Gespräche, Tischnachbarn kennt man mittlerweile mit dem Vornamen,

Deutsch-Mexikanische Völkerverständigung wird gepflegt (wir sind so fuckin‘ geile Gesprächspartner), erstes Gelächter, zweiter Chianti (das Glas wird leider viiiieel zu voll gemacht), Pasta!!, jetzt wird es lauter!, Menschen aus der Zone, Tschuldigung, Beitrittsgebiete, werden immer witziger,

letzter Chianti, die Gruppe kommt am größeren Nachbartisch im Nachbarraum zusammen, wir finden noch mehr Chianti, die Ossis tanzen, da sind noch Schweizer am Tisch? Wo kommen die her? Egal, die sind auch cool! Ah, Chianti? Wer hat die Flasche organisiert? Ok, passt. Spotify wird zur Jukebox umfunktioniert, oh nein, nicht singen, doch passiert. Griechisscccher Weiiiinnn!!! Ah Wein! Chianti? Klar, trinken wir auch, oder? Fuck, wer hat mich so betrunken… ich muss ins Bett. Oh Gottt…… Wir sehen uns alle morgen dann, oder? Nein…… Schlaf…
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